Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf den Zensus

Angesichts des Krieges in der Ukraine und der dadurch ausgelösten Aufnahme von Schutzsuchenden in Deutschland besteht besonderer Erläuterungsbedarf für den Umgang mit dieser Personengruppe bei der Personenerhebung des Zensus 2022. Die Frage, ob eine Person zu zählen ist, also zu befragen ist oder nicht, unterscheidet sich bei Schutzsuchenden – weder aus der Ukraine noch aus anderen Staaten – nicht von anderen Personen.

Schutzsuchende werden unterkommen:

  • in bestehenden Flüchtlingsunterkünften (z. B. Erstaufnahmeeinrichtungen, Ankerzentren);
    Vorgehen: Erfassung der Personen über die Erhebung an Gemeinschaftsunterkünften
    ==> stellvertretende Auskunftserteilung durch Einrichtungsleitung
     
  • in provisorisch eingerichteten Notunterkünften (z. B. Turnhallen)
    ==> an diesen Einrichtungen finden im Rahmen des Zensus keine Erhebungen statt, die Personen werden jedoch ohne gesonderte Befragung gezählt, falls sie am Zensusstichtag im Melderegister als Einwohner/innen geführt werden
     
  • in Privatwohnungen, z. B. Wohnungen von Freunden, Verwandten oder Helferinnen und Helfern sowie Wohnungen, wie sie beispielsweise von Kommunen für Geflüchtete bereitgestellt werden;
    Vorgehen: Erfassung der Personen über die Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis
    ==> persönliche Befragung durch Erhebungsbeauftragte

Für die Befragungen stehen Übersetzungshilfen sowie Online-Fragebögen zur Selbstauskunft in ukrainischer Sprache bereit. Bei weiteren Rückfragen können Sie sich gerne an die Erhebungsstelle wenden!