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Wirtschaft im Kreis Bad Kreuznach

Branchen mit Zukunft im „Milden Westen”

In welchen Branchen wird sich die Wirtschaft der Region in den nächsten zehn Jahren besonders dynamisch entwickeln? Wie ist der Milde Westen grundsätzlich im Wettbewerb der Regionen aufgestellt? Fragen, die die „Entwicklungsstudie Rhein-Nahe-Hunsrück 2020” beantwortet. Seit Herbst 2010 nahmen die Berater des Dortmunder Unternehmens ExperConsult die wirtschaftliche Situation im Milden Westen unter die Lupe. Ziel war es, die zentralen Wachstumsfelder und Branche der Region und ihrer Teilräume (Landkreise Bad Kreuznach, Birkenfeld und Mainz-Bingen) zu identifizieren und strategische Empfehlungen zur erfolgreichen Weiterentwicklung der Region zu geben. Die Ergebnisse liegen nun vor.

Solide Wirtschaftsentwicklung

Das Fazit: Die Region hat keine herausragenden Alleinstellungsmerkmale oder versteckte Schlüsseltechnologien, die sich in absehbarer Zeit zu einer herausragenden Stärke entwickeln könnten. Die Herausforderung der Zukunft: bestandsorientiertes Binnenmarketing.
Die Datensammler der ExperConsult bieten nicht den Stoff für große Träume, aber für eine solide Wirtschaftsentwicklung. Nun unterscheiden sich die drei Landkreise Mainz-Bingen, Bad Kreuznach und Birkenfeld erheblich. Wirtschaftskraft, Demografische Entwicklung und das Angebot an innovativen Branchen stellt sich in Mainz-Bingen wesentlich positiver dar als im Landkreis Birkenfeld. Der Landkreis Bad Kreuznach liegt dabei im Mittelfeld. Der Landkreis Mainz-Bingen belegt in einer Reihe von nationalen Rankings immer wieder Spitzenplätze.

Neben vielen vergleichenden Wirtschaftsdaten, die im Zuge der Studie erhoben wurden, ermittelten die Gutachter aber auch Kompetenzfelder, in denen die Unternehmen der Region besonders stark sind und die eine positive Entwicklung in der Zukunft versprechen. Kompetenzfelder beschreiben die spezifischen Standortstärken eines Untersuchungsraums, entwickeln diese sich positiv, spricht man auch von Wachstumsfeldern.

Sechs Kompetenzfelder in der Region

Fahrzeugbau, Ernährung/Getränke, Gesundheit/Tourismus, Bauen, Umwelttechnik und Edelstein/Schmuck: Diese Kompetenzfelder decken rund ein Drittel der regionalen Arbeitsplätze ab. Im eigentlichen Sinn ist die Region kein klassischer Industriestandort und auch kein überregional bedeutsamer Maschinenbau- oder Kunststoffstandort, auch wenn hier insbesondere im Landkreis Bad Kreuznach einzelne Kompetenzen liegen. In einigen Wachstumsbranchen, beispielsweise der Pharmaindustrie, dominieren einzelne Großunternehmen, aber es fehlt die Konzentration von Unternehmen und den vor- und nachgelagerten Wertschöpfungsbereichen. Ein starker öffentlicher Sektor und die regionale Versorgungswirtschaft prägen die Wirtschaftsstruktur. Dies ist ganz typisch für ländlich geprägte Wirtschaftsräume.

Ein großes Plus: Die Profile der Fachhochschulen Bingen und Birkenfeld zeigen bereits eine hohe Übereinstimmung mit den regionalen Unternehmenskompetenzen. Hier liegen weitere  Ansatzmöglichkeiten für eine strategische Kompetenzfeldentwicklung. Anhand unterschiedlicher Faktoren, wie der Zahl der Mitarbeiter in den Kompetenzfeldern und einer Bewertung der Entwicklungsperspektiven einiger Branchen wurden die Wachstumsfelder entwickelt. Besonders klare Wachstumschancen werden dem Kompetenzfeld Weinbau/Ernährung eingeräumt. Der Unternehmensbesatz bietet Anknüpfungspunkte für eine klare und authentische Positionierung. Denn neben der großen Anzahl an Wein- und Gentränke produzierenden Unternehmen ist eine hohe Kompetenz in der Prozesstechnologie und -Ausrüstung, beispielsweise für Filtration, Abfüllung und Verpackung, vorhanden. Positive Qualitäten zur Profilierung der Region bestätigt die Studie auch den Kompetenzfeldern Gesundheit und Tourismus sowie Bauen und Umwelttechnik.

Für eine Positionierung der Region als dezidierter Chemie- oder Kunststoffstandort ist die Kompetenz im bundesweiten Vergleich der Regionen wiederum nicht stark genug. Auf Grund der inhaltlichen Überschneidungen, wie sie die Unternehmensstruktur darstellt, empfiehlt das Gutachten die Verknüpfung der Kompetenzfelder Bauen und Umwelt (viele Unternehmen aus den Bereichen Gebäudetechnik) in der Vermarktung. Die in der Region stark vertretene Chemie und Kunststoffbranche sehen die Studienmacher vor allem als Teil unterschiedlicher anderer Kompetenzfelder wie Bauen, Gesundheit oder Ernährung.

Drei Wachstumsfelder

In der Kombination der in den Landkreisen vorhandenen Kompetenzen entwickelt die Studie drei Wachstumsfelder, in denen in den nächsten zehn Jahren das größte Potenzial zusätzlicher Arbeitsplätze steckt: „Gesund und fit bis ins Alter”, „Getränke & Technologie” sowie „Energieeffizientes Bauen und Wohnen”.

Entwicklungspotenzial der Wachstumsfelder

Für jedes dieser Wachstumsfelder entwickelt die Studie Handlungshinweise, wie die positive Entwicklung hier noch befördert werden könnte. So lauten die strategische Empfehlungen zur Entwicklung der Kompetenzfelder:

Weinbau und Ernährung (Wachstumsfeld Getränke & Technologie)

  • Aufschließung von Kooperationspotenzialen. Horizontale (Innovationsnetzwerke) und vertikale Vernetzung (Entlang der Wertschöpfungsketten) der Akteure mit dem Ziel, neue Angebote und Produkte zu entwickeln
  • Gewinnung bzw. Ausbau profilstärkender Kompetenzen (Forschung, Weiterbildung, Veranstaltungen, Messe, Kongresse etc.)

Bauen und Umwelt (Wachstumsfeld Energieeffizientes Bauen und Wohnen)

  • Initiierung kommunaler Energie- und Klimaschutzprojekte zur Profilschärfung und als Basis für regionale Wertschöpfung
  • Fortbildungsprojekte in Kooperation mit Einrichtungen des Handwerks und Hochschulen, zum Beispiel Qualifizierungsangebote im Bereich energieeffiziente Gebäudetechnik, Studienzugangsberechtigung für Handwerker
  • Initiierung und Förderung von Kooperationen und strategischen Allianzen, z. B. auf dem Gebiet des Haus- und Gebäudemanagements
  • Ausbau des Wissens- und Technologietransfers zwischen regionalen Unternehmen und den beiden Fachhochschulen

Gesundheit und Tourismus (Wachstumsfeld Gesund und fit bis ins Alter)

  • Vernetzung von Akteuren im Bereich Gesundheitstourismus und Kuren, z. B. Hersteller von Gesundheits- oder Medizinprodukten und (homöopathischen) Arzneimitteln mit Gesundheitsdienstleistern wie Kliniken, Ärzten oder Therapeuten und Anbietern der Tourismusbranche mit dem Ziel, neue Angebote und Produkte zu entwickeln
  • Ausbau zielgruppenorientierter touristischer Vermarktung, vor allem an der Schnittstelle Gesundheit und Tourismus (z. B. im Segment Medical Wellness, Vitalurlaub)
  • Initiierung von Projekten zur Attraktivierung und Qualitätssteigerung der touristischen Infrastruktur

Zudem werden die übergeordneten Aufgabenbereiche „Fachkräfteoffensive” (Mobilisierung Fachkräftepotenzial) sowie „Standortmarketing” (kontinuierliche Stärkung der strategischen Standortpositionierung) als entscheidende und unabdingbare Elemente einer erfolgreichen Wirtschaftsförderung der Region sowie der einzelnen Landkreise gesehen.


Weiterführende Informationen im Internet

Website von ExperConsult